Kirche · Glaube · Katholisch · Messe · Gottesdienst · Gebet · Liturgie · Bischof · Alte-Messe · Feier · Lexikon · Bibel · Eucharistiefeier · römisch  
  Pro Missa Tridentina  
Jesus und seine J�nger
Links      Kontakt      Impressum      Gebet
  Startseite

Aktuell
PRO MISSA TRIDENTINA (PMT)
Presse
Traditionsverbundene Organisationen
Aus den Diözesen
Aus dem Vatikan
Termine
Wallfahrten / Exerzitien / Ferienfreizeiten

Liturgie

Hl. Messen

Verein

Medien

Bilder

Lexikon

Facebook- Fan werden!

 

Aktuell

 
Aus dem Vatikan
Interview des italienischen Online-Magazins "Petrus" mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Kongregation für den Gottesdienst Erzbischof Albert Ranjith Patabendige
Frage: Exzellenz, welche Aufnahme hat das Motu Proprio, mit dem Papst Benedikt XVI die hl. Messe nach dem tridentinischen Ritus freigegeben hat, denn nun gefunden? Selbst im innersten Kreis der Kirche haben einige das Gesicht verzogen...
Erzbischof Ranjith: Es hat positive Reaktionen gegeben, aber auch, und es wäre zwecklos, das abzustreiten, Kritik und Opposition – auch von Theologen, Liturgikern, Priestern, Bischöfen und sogar Kardinälen. Ich verstehe einfach nicht, was diese Widersetzlichkeit, ja man kann schon von Rebellion sprechen, gegen den Papst soll. Ich forder alle, insbesondere die Oberhirten, dazu auf, dem Papst als dem Nachfolger Petri Gehorsam zu leisten. Insbesondere die Bischöfe haben doch dem Papst Treue geschworen – mögen sie ihrer Verpflichtung treu bleiben.
Frage: Was ist denn Ihrer Meinung nach die Ursache dieses demonstrativen Auftretens gegen das Motu Proprio?
Erzbischof Ranjith: Wie Sie wissen gab es in einigen Diözesen sogar Ausführungsbestimmungen die unbegreiflicherweise versuchten, dem Motu Proprio Grenzen zu setzen. Hinter solchen Aktionen stecken auf der einen Seite ideologische Vorurteile, auf der anderen aber Stolz, eine der schwersten Sünden. Ich kann das nur wiederholen: Alle sind aufgefordert, dem Papst gehorsam zu leisten. Wenn der hl. Vater entschieden hat, das Motu Proprio zu erlassen, hatte er seine Gründe, mit denen ich voll überein stimme.
Frage: Benedikt XVI. Entscheidung zur Freigabe des Tridentinischen Ritus erscheint als geeignete Abhilofe für die zahlreichen liturgischen Mißbräuche, die traurigerweise nach dem 2. Vatikanischen Konzil mit dem Novus Ordo aufgetreten sind...
Erzbischof Ranjith: Sehen Sie – ich möchte keine Kritik am Novus Ordo üben. Aber ich muß wirklich lachen, wenn ich höre – selbst von Freunden – daß ein bestimmter Priester ein „Heiliger“ sei, weil er auf bestimmte Weise predigt oder die hl. Messe feiert. Die hl. Messe ist Opfer, Gabe, Geheimnis – ganz unabhängig vom Priester, der sie feiert. Es ist von nachgerade fundamentaler Bedeutung, daß man den Priester beiseite läßt: Christus ist der, der in der Messe handelt. Und daher verstehe ich auch nicht, wie man Eucharisitiefeiern zu Shows mit Tanz, Liedern und Applaus machen kann, wie es im Novus Ordo oft geschieht.
Frage: Monsignore Patabendige, Ihre Kongregation hat solche liturgischen Mißbräuche wiederholt verurteilt...
Erzbischof Ranjith: In der Tat. Da gibt es zahllose Dokumente, aber sie sind bedauerlicherweise tote Papiere geblieben, die auf irgendwelchen Ablagen verstauben oder noch schlimmer einfach im Papierkorb gelandet sind.
Frage: Noch zu einem anderen Punkt: Wir hören sehr oft sehr lange Predigten...
Erzbischof Ranjith: Auch dabei handelt es sich um einen Mißbrauch. Ich bin gegen Tanz und Applaus innerhalb der Messe – das ist doch kein Zirkus oder ein Sportstadion. Und die Predigten müssen sich, wie der Papst unterstrichen hat, ausschließlich auf den katechetischen Aspekt beziehen, soziologische Redeweise oder nutzloses Geplauder sind zu vermeiden. Priester lassen sich zum Beispiel oft über Politik aus, weil sie ihre Predigt nicht gut vorbereitet haben – statt den Stoff, wie es angebracht ist, mit aller Sorgfalt zu studieren. Eine übermäßig lange Predigt ist gleichbedeutend mit schlechter Vorbereitung: Die richtige Zeit für eine Predigt sind 10, höchstens 15 Minuten. Es muß deutlich werden, daß das eucharistische Geheimnis der Höhepunkt der Feier ist – damit will ich nicht die Liturgie des Wortes gering schätzen, sondern verdeutlichen, wie eine korrekte Liturgie aussehen soll.
Frage: Um noch einmal auf das Motu Proprio zurück zu kommen: Es gibt einige Kritik an der Verwendung von Latein bei der Messe...
Erzbischof Ranjith: Der tridentinische Ritus ist Teil der Tradition der Kirche. Der Papst hat auf angemessene Weise die Motive für seinen Schritt erklärt, es geht um einen Akt der Freiheit und um Gerechtigkeit für die, die der Tradition anhängen. Was das Latein betrifft, so möchte ich unterstreichen, daß es niemals abgeschafft worden ist und daß es darüberhinaus die Universalität der Kirche garantiert. Ich kann mich nur wiederholen: Ich fordere die Priester, Bischöfe und Kardinäle zum Gehorsam auf und jede Art von Vorurteilen oder Stolz beiseite zu schieben.

Die Arbeitsgruppe hat dieses Interview nach der englischen Fassung auf „Rorate Cæli“ ins Deutsche übertragen und dabei kritische Passagen anhand des Originals auf „Petrus“ überprüft. (5. 11. 2007)


Englische Fasung, am 5.11.2007 unter http://www.rorate-caeli.blogspot.com veröffentlicht:

Ranjith speaks: Episcopal "rebellion" going on;
"Bishops and Cardinals" must obey the Pope


From an interview granted by the Secretary of the Congregation for Divine Worship, Archbishop Malcolm Ranjith Patabendige, to Bruno Volpe, of the papal news website Petrus (Italian original under: http://www.papanews.it/news.asp?IdNews=3840):

Your Excellency, how has Benedict XVI´s motu proprio which liberalized the Holy Mass according to the Tridentine Rite been received? Some, in the bosom of the Church itself, have turned their noses...

"There have been positive reactions and, it is useless to deny it, criticisms and opposition, even from theologians, liturgists, priests, Bishops, and even Cardinals. I frankly do not understand these rifts, and, why not [say it], rebellion towards the Pope. I invite all, particularly the Shepherds, to obey the Pope, who is the Successor of Peter. The Bishops, in particular, have sworn fidelity to the Pontiff: may they be coherent and faithful to their commitment."

In your opinion, what causes these displays against the Motu Proprio?

"You know that there have been, by some dioceses, even interpretative documents which inexplainably intend to limit the Pope's Motu Proprio. These actions mask behind them, on one hand, prejudices of an ideological kind and, on the other, pride, one of the gravest sins. I repeat: I call all to obey the Pope. If the Holy father decided to promulgate the Motu Proprio, he had his reasons, which I fully share."

Benedict XVI´s decision to liberalize the Tridentine Rite seems as a just remedy to the so many liturgical abuses sadly registered after the Second Vatican Council with the 'Novus Ordo'...

"See, I do not wish to criticize the 'Novus Ordo'. But I laugh when I hear it said, even by friends, that in a [certain] parish, a priest is 'a Saint' due to his homily or to how he speaks. The Holy Mass is sacrifice, gift, mystery, independently of the celebrating priest. It is important, fundamental even, that the priest be put aside: the protagonist of the Mass is Christ. I do not understand, thus, the Eucharistic celebrations transformed in shows with dances, songs, and applause, as it frequently happens with the Novus Ordo."

Monsignor Patabendige, your Congregation has repeatedly denounced these liturgical abuses...

"True. There are so many documents, which have nonetheless painfully remained dead letter, [which] have ended up on dusty shelves or, even worse, in wastebaskets."

Another point: one often hears very long homilies...

"This also is an abuse. I am opposed to dances and applause in the middle of the Masses, which are not a circus or a stadium. As for the homilies, they must relate, as the Pope has underlined, exclusively to the catechetical aspect, avoiding sociologisms and useless chatter. For example, priests often veer towards politics because they have not prepared well the homily, which must, instead, be scrupulously studied. An excessively long homily is synonymous with a scarce preparation: the correct time for a sermon must be of 10 minutes, 15 at most. It must be acknowledged that the culminating moment of the celebration is the Eucharistic mystery, which does not mean downplaying the Liturgy of the Word, but clarifying how a correct liturgy must be applied."

Returning to the Motu Proprio: some criticize the use of Latin during Mass...

"The Tridentine Rite is part of the tradition of the Church. The Pope has duly explained the motives for his measure, an act of liberty and justice towards Traditionalists. As for Latin, I wish to underline that it has never been abolished and, what is more, it guarantees the universality of the Church. But I repeat: I invite priests, Bishops, and Cardinals to obedience, setting aside every kind of pride and prejudice."

geschrieben am 06.11.2007 um 21:35 Uhr.
 
 
 
 

 
    ©  Pro Missa Tridentina Disclaimer created by symweb