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Bericht über die Paderborner Marienwallfahrt am 4. Mai 2008 nach Kleinenberg von Wolfgang Kühnhold
Paderborner Wallfahrt zur Helferin vom Berge
Weitere Fotos von der Wallfahrt unter: www.judica-me.de
Allgemeine Infos zum Marienwallfahrtsort Kleinenberg unter www.kleinenberg.de

Die Feier der Messe im außerordentlichen Ritus erschien für viele in Paderborn in weite Ferne gerückt. Wer diese Form erleben und praktizieren wollte, war auf sonntägliche Ausflüge etwa nach Gelsenkirchen oder Münster angewiesen.
Nun hat unser Erzbischof entschieden: An jedem Mittwoch in der Krypta des Hohen Domes - und das ist absolut einmalig: der außerordentliche Ritus in der Bischofskirche! - und an jedem Sonn- und Feiertag in der Gaukirche wird die heilige Messe in diesem Ritus gefeiert, außer ... ja und da lag der Punkt! ... außer an Prozessionstagen oder bei anderer Verwendung des Gotteshauses.
Dieser Fall trat dann zum 4. Mai ein. Die Stadtpfarrei feierte an diesem Tag die Rückkehr der Gebeine des Heiligen Liborius nach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges mit einer Prozession. So fiel die gewohnte Messe aus - beinahe! Denn Not macht bekanntlich erfinderisch. Der Vorschlag, an diesem Tag eine Marienwallfahrt nach Kleinenberg zu machen, fand raschen Zuspruch.
Und so versammelte sich ein kleines Häuflein tapferer Wanderer früh um sieben Uhr in der Liborikapelle, um dort mit dem Segen Gottes und der heiligen Jungfrau nach Kleinenberg zu wallen. Prälat Dr. Schmitz sprach die Gebete, bevor acht Gläubige, darunter die ehrwürdige Schwester M. Josefa, die an diesem Tag das goldene Jubiläum ihrer Profess auf diese Weise feierte. In Hochstimmung ging es zunächst mit dem Auto bis nach Grundsteinheim - die Strecke von Paderborns Innenstadt aus wurde diesmal ausgespart, weil der Aufbruch sonst bereits zwischen 4 und 5 Uhr hätte erfolgen müssen. Am Parkplatz im Tal des Ellerbaches wurden die Autos abgestellt. "Procedamus in pace" - "In nomine Christi. Amen." Das Startsignal war gegeben. Voran das Prozessionskreuz, das "Te Deum" auf den Lippen führten die ersten Schritte durch die Straßen des noch ganz verschlafenen Dorfes. Lediglich ein kleines Kind erschien am Fenster, wandte sich zur Mutter in die Stube und rief so etwas wie "Mitgehen!" Vielleicht ja beim nächsten Mal?
Bei herrlichem Frühsommerwetter, abwechselnd den Rosenkranz betend und Marienlieder singend, ging es durch Feld und Flur in Richtung Lichtenau. Nach einer kurzen Rast bei "Schlüters Kreuz" erreichten die Wallfahrer die Stadtverwaltung Lichtenau, wo bereits eine zweite Gruppe wartete, darunter Bürgermeister Wange mit seiner Frau. Nach einer kurzen Begrüßung, bei der Herr Wange unser aller Wunsch aussprach, dass nämlich diese Wallfahrt am Sonntag nach Christi Himmelfahrt zur ständigen Einrichtung werden und die beiden Städte Paderborn und Lichtenau im Zeichen der Helferin vom Berge kulturell näher zueinanderbringen möge, ging es wieder bergauf, bis sich das schöne Sauertal auftat, durch das wir nun in der zweiten Etappe in Richtung Kleinenberg zogen. Die Beter, nun verstärkt durch die Lichtenauer Gruppe mit ihrem Bürgermeister, begannen mit dem glorreichen Rosenkranz. Unsere jüngste Wallfahrerin, gerade mal neun Jahre alt, betete ein Gesätz vor, das die Mutter sie gelehrt hatte, wozu Schwester Josefa ihr einen Rosenkranz schenkte, den Papst Johannes Paul II. geweiht hatte. Weitere Gebete und Wallfahrtsgesänge sorgten für eine festliche Prozession in Richtung der Helferin vom Berge. Natürlich gab es neben den Gebeten auch Gelegenheiten zu Gesprächen und zum Meinungsaustausch.
In großer Harmonie, unter dem Schutzmantel der Gottesmutter, trafen wir dann - wie vorgesehen - pünktlich um 11 Uhr am Hohen Kreuz auf der Höhe vor der Wallfahrtskapelle ein. Dort kam uns der hochwürdige Vikar Markus Berief mit zwei Ministranten entgegen, begrüßte uns und erteilte den Segen. Mit einem "Procedamus in pace - in nomine Christi. Amen" zogen wir dann weiter, den Kreuzweg hinab bis zur Kapelle, wo die Wallfahrer, die mit dem Bus und Autos gekommen waren, bereits warteten.
In der Kapelle war der barocke Altar festlich geschmückt, der hochwürdige Herr Prälat Dr. Heribert Schmitz verrichtete die Gebete beim Anlegen der liturgischen Gewänder, Schola und Organist übten noch und die Ministranten, darunter auch ein Wallfahrer, der nun die schweren Schuhe und die Wanderkluft wechseln musste, machten sich bereit und legten die Kohlen ins Weihrauchfass. Die gut gefüllte Kirche wartete auf die Liturgie, die sie früher so oft erlebt hatte und die nun, zum ersten Mal nach 40 Jahren, wieder feierlich begangen werden konnte. Das Hochamt begann dann wie geplant um 11.30 Uhr. Die Orgel intonierte die Kleinenberger Wallfahrtsmesse, die Schola sang die Ordinarien. Das große Mysterium unseres Glaubens, das heilige Messopfer, bedarf keines Kommentares. Aber der Eindruck, der immer wieder zu beobachten ist, bestätigte sich auch hier: Die Kapelle, für diesen Ritus gebaut, schien nun neu zu leben; jede Kerze, jedes Heiligenbild, das großartige Deckengemälde, der Hochaltar mit seinem wunderschönen Schnitzwerk - alles hatte seine Funktion, alles schien mit einzustimmen in den Jubel zur Ehre des Höchsten und seiner hochheiligen Mutter. Dazu erstrahlte das Gnadenbild im Glanz der Sonne, die uns den ganzen Tag über nicht verlassen sollte.
Nach der Heiligen Messe war Gelegenheit zu einem Imbiss. Um 13.30 Uhr dann versammelten sich noch einmal alle Wallfahrer zu einer Marienandacht mit Aussetzung und feierlichem Schlusssegen, den Vikar Berief spendete.
Über die Rückkehr gibt es wenig zu berichten. Der Bus setzte die Fußwallfahrer an den Ausgangspunkten ab und brachte andere wieder nach Paderborn. Aber alle waren noch voll des Eindrucks, den dieses Wallfahrtsfest hinterlassen hat. Einhellig war die Meinung, dass hier eine Tradition begründet werden müsste. Im nächsten Jahr soll die Wallfahrt wieder am Sonntag nach dem Fest "Christi Himmelfahrt" stattfinden. Und alle waren voll des Dankes. Dank dem Vikar Berief, ohne dessen Einsatz das ganze Unternehmen nicht möglich gewesen wäre, Dank unserem Zelebranten H. H. Prälat Dr. Schmitz, Dank an den Ortsheimatpfleger Heinz-Günther Borgmeier, der vor Beginn der Messe eine kurze Einführung in die Bau- und Kunstgeschichte der Kapelle gegeben hatte, und Dank an die Organisatoren, die von der Zeit- und Wegplanung bis zum Schmücken des Altares diese alte Tradition haben lebendig werden lassen.
Und für den Berichterstatter - wie sicherlich für viele andere, die an diesem Tag mit dabei waren - schloss der Tag mit einem Dankgebet und einem "Te Deum" zum abendlichen Stundengebet.

Wolfgang Kühnhold
geschrieben am 17.06.2008 um 22:32 Uhr.
 
 
 
 

 
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